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Eine Welt

Arbeitskreis Eine Welt - wer ist das eigentlich?

Begonnen hat alles mit einem Gespräch bei der Gemeindeversammlung im Jahr 2006:

Was müssten wir als Christen eigentlich tun?

Wie verhalte ich mich, wenn meine Kinder die schönen Öko-Spielsachen links liegen lassen und lieber die angesagten Marken kaufen wollen?

Irgendwie haben wir ja ein schlechtes Gewissen gegenüber der Dritten Welt, und was weiter?

 

Einige Wochen später haben wir dann begonnen, uns zu konstituieren - und diese Formulierung habe ich absichtlich gewählt, denn mehrere Monate hat es gedauert, bis wir unsere unterschiedlichen Anliegen und Vorstellungen soweit ausgetauscht und abgewogen hatten, dass wir thematisch arbeiten konnten:

Einige wollten ein Spendenprojekt auswählen, andere versuchten Maßstäbe und Wegweisung für ein verantwortliches Leben im Alltag zu diskutieren. Ein weiteres Anliegen war es, die Gemeinde über Themen der Einen Welt zu informieren und das Gemeindeleben unter Aspekten der Nachhaltigkeit zu beleuchten.

"Spenden" und "Tun" prallten mehrmals unversöhnlich aufeinander und eine ganze Weile ist unsere Arbeit auch zweigleisig gelaufen, mit der finanziellen Unterstützung unseres Partnerkirchenkreises Tsumeb in Namibia und daneben den Bemühungen darum, unseren Gemeindealltag so zu gestalten, dass "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" durch uns möglichst wenig Schaden nehmen.

 

Wir alle haben dabei in den letzten Jahren viel Neues gelernt. Wie problematisch die Rinderzucht für unser Klima ist, wie viel Wasser nutzlos vergeudet wird, wenn in den heißen Regionen unserer Erde das Gemüse für uns Mitteleuropäer angebaut wird, aber auch, wie skrupellos manche Großkonzerne die Ressourcen der armen Länder ausbeuten, um unsere Lebensmittelpreise noch niedriger zu halten. In unserem Gemeindezentrum sind viele unserer Erkenntnisse umgesetzt worden, nicht nur bei der Gebäudesanierung und bei der Entscheidung für Strom aus erneuerbaren Energien, sondern auch in der Beschaffung von Getränken und Büromaterialien.

 

Das geht nicht immer reibungslos, manche Kompromisse mussten gefunden werden.

 

Mit der Zeit hat für mich ein Bonmot Martin Luthers eine ganz neue Bedeutung gewonnen: "Sündige tapfer" - wir können nicht immer das Optimale tun, und manchmal wissen wir auch nicht genau, welches Übel wirklich das kleinere ist - aber es ist allemal besser, überhaupt Schritte hin auf einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Welt zu tun, als verängstigt und resigniert die Hände in den Schoß zu legen.

 

Ansprechpartner: Ingo Scharnbacher, Tel. (0 22 41) 92 30 21