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Selbstverpflichtung der Ev. Kirchengemeinde St. Augustin

Unsere Basis ist Gott, der Schöpfer, dem wir und die ganze Welt das Dasein verdanken, sein Sohn Jesus Christus, der uns erlöst und frei macht, und der Heilige Geist, der uns eint, ruft und befähigt zur Nachfolge Jesu Christi in Verantwortung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. (Aus dem Leitbild der Ev. Kirchengemeinde St. Augustin)

 

Deshalb verpflichten wir uns, in Zusammenarbeit mit den Kirchen weltweit für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit zu arbeiten, sowohl im globalen Kontext als auch in unserem regionalen Umfeld.

Seit 2006 setzt sich die Kirchengemeinde, getragen durch den Arbeitskreis Eine Welt, hier in der Kirchengemeinde und auch international für nachhaltige Entwicklung ein. Unsere Aktivitäten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind vielfältig:

Sie reichen vom Ausschank von Kaffee aus fairem Handel über Hilfe beim Schutz des Regenwaldes bis zur mit Pellets befeuerten Zentralheizung. Uns geht es darum, Beschaffung und Handeln in der Kirchengemeinde möglichst umweltgerecht und fair / sozialverträglich zu gestalten.

 

Gerechtigkeit bildet im Alten wie auch im Neuen Testament den roten Faden für das Zusammenleben der Menschen. Immer häufiger aber müssen wir erleben, dass Menschen hier in Europa wie auch in den Ländern der Dritten Welt unter Bedingungen arbeiten, die der evangelischen Sozialethik widersprechen.

Wir als Kirchengemeinde haben eine große soziale und ökologische Verantwortung bei der Beschaffung von Gütern, von Energie und der Wahrnehmung von Dienstleistungen.

Zudem geschieht unser Handeln sichtbar vor den Augen der Öffentlichkeit:

Unsere Glaubwürdigkeit wird an unserem Handeln gemessen, zudem kann unser Verhalten als Kirchengemeinde Anregungen für die Menschen in unserer Stadt geben.

 

Handreichung für die Beschaffung

Kriterien, nach denen bei Einkäufen entschieden werden kann/sollte:

 

Allgemein:       Möglichst kurze individuelle Einkaufsfahrten oder Versand

Güterabwägung zwischen z.B. Bio-Produkten und Transportwegen und Anfahrten

Was repariert werden kann, spart später Geld und Ressourcen

Möglichst nichts für einmalige Verwendung kaufen (z.B. für ein Fest, einen Gottesdienst)

 

1. Papiere (Toilettenpapier, Küchenkrepp, Einweg-Servietten):

Blauer Engel ist eindeutig, wird von unterschiedlichen Herstellern geführt

2. Reinigungsmittel:

Blauer Engel

3. Lebensmittel

Obst und Gemüse:

  • regionaler Anbau
  • ökologischer Anbau (Bio-Siegel)
  • geringe Verpackung, möglichst lose Ware
  • saisonal kaufen

Milchprodukte:

  • Die kürzesten Wege legen Produkte mit der Herstellerangabe D oder NL zurück; wie weit die Milch vor der Abfüllung durch Europa gerollt ist, kann man schwer nachprüfen
  • ökologische Herstellung
  • Mehrwegflaschen und Tetra-Packs sind in der Öko-Bilanz gleichauf

Fleisch und Wurst:

  • Verzicht auf Produkte aus Massentierhaltung (Fleischfabriken, Supermärkte)
  • Kleine Metzgereien kaufen häufig Tiere aus dem Umland (beim Kauf nachfragen)
  • Nur Biobauern sind verpflichtet, auf Futtermittel aus der 3.Welt zu verzichten, in der konventionellen Tierhaltung stammen ca. 40% der Futtermittel aus Ländern der Südhalbkugel.

Eier:

  • Bio-Bauern sind zum Angebot von tiergerechten Freilaufflächen verpflichtet,
  • Freilaufflächen in der konventionellen Massentierhaltung haben teilweise nur Alibifunktion, weil sie den Tieren nicht nützen
  • Nur Biobauern sind verpflichtet, das Tierfutter vom eigenen Hof bzw. aus der Region zu verfüttern (vgl. Dioxin in Futtermitteln)

Brot und Kuchen:

  • Ökologische Produkte

Kaffee und Tee:

  • fair gehandelt, möglichst bio

Erfrischungsgetränke:

  • Mehrwegflaschen
  • Fruchtsaftgetränke sind ökologisch fragwürdig, Herkunft ist oft nicht zu überprüfen, auch fair gehandelte Säfte haben einen langen Transportweg, Säfte aus heimischen Früchten werden auch aus regionaler Produktion angeboten.

Trockenware (z.B. Zucker, Nudeln, etc):

  • sofern es möglich ist, fair gehandelt (z.B. Zucker, Kakao. Reis), ansonsten sind Produktionswege oft nur schwer nachzuvollziehen

4. Büroartikel:

Blauer Engel, Wiederbefüllbarkeit, Recyclebarkeit

  • e-Post benutzen
  • wenig ausdrucken
  • wo es geht, auf benutztem Papier ausdrucken
  • wo es geht, Spar- oder Entwurfsdruck
  • so wenig Kopien wie nötig

5. Blumen

Schnittblumen sind sowohl ökologisch als auch aus Sicht der Ernährungsgerechtigkeit problematisch, sofern sie nicht aus heimischem Freilandanbau stammen, d.h. außerhalb der Saison Schnittblumen meiden, wenn unbedingt nötig, fair gehandelte Blumen bevorzugen. Auch deutsche und niederländische Schnittblumen sind klimaschädlich produziert, denn die Beheizung der Gewächshäuser produziert noch mehr CO2 als der Transport per Flugzeug aus Asien und Lateinamerika.

 

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