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Aktuelle Infos von Ecoselva e.V. 2011

Bericht von ecoselva e.V. über die Projekte in den Regionen Tingo Maria, Nagazu, Pozuzo und Pucallpa

 

Stand Juni 2011

 

 

 

 

Agroforstwirtschaft mit Kakao.Hier wachsen gleichzeitig auch

Bananen und eine Vielzahl von verschiedenen Bäumen.Durch

die Mischwirtschaft wird die Biodiversität verbessert.

 

Im Berichtszeitraum wurden zunächst die Arbeiten fortgesetzt, die im Zeitraum Juli 2009 bis Juni 2010 begonnen wurden. Hierzu gehören insbes. die Projekte:

  • Verbesserte Küchen
  • Trockenklos

In der Gemeinde Montevideo wurden 10 verbesserte Küchen installiert. Wie auch in der Gemeinde Felipe Pinglo wurden diese Küchen auf Kreditbasis zur Verfügung gestellt.
In der Gemeinde Felipe Pinglo werden 27 Trockenklos installiert. Die Klos selber werden vom Bürgermeister der Stadt Tingo Maria zur Verfügung gestellt und ecoselva unterstützt die Installation.


Verbesserte Küchen
Die Bedeutung der Installation von verbesserte Küchen kommt durch die Gründung der weltweiten Kampagne "Global Alliance for Clean Cookstoves" (http://cleancookstoves.org/) zum Ausdruck. Ziel dieser weltweiten Kampagne ist die Aufstellung von 100 Mio. verbesserten Herden bis zum Jahre 2020. Weltweit sterben jährlich 1,9 Mio. Menschen durch die Rauch-Inhalation bei traditionellen Küchen. Die Sterberate durch Rauch-Inhalation ist höher als die durch Malaria oder AIDS. Gegenwärtig kochen noch 2,7 Milliarden Menschen traditionell mit Biomaterialien und atmen dabei den Rauch ein. 1/3 der Weltbevölkerung kocht ineffizient und gesundheitsgefährdend.
Durch verbesserte Herde entstehen folgende Vorteile:

  • Gesunde Luft in den Wohnungen
  • Weniger Energieverbrauch
  • Weniger Arbeit beim Kochen
  • Gesundere Körperhaltung beim Kochen (nicht mehr im Bücken)ecoselva - Küche

 

 

 

"Moderner Herd" im Hause von Elpidio in Montevideo. Vorher wurde auf Steinen gekocht.

 

Die Initiative zum gesünderen Kochen dient insbes. den Landfrauen in der Dritten Welt. Sie verbringen heute erhebliche Arbeitszeiten mit dem Kochen einschl. der Besorgung des Biobrennmaterials.

 

In den Dörfern Felipe Pinglo und Montevideo werden Herde mit Schamottsteinen installiert. Hierdurch wird besonders viel Energie gespart und die Arbeitszeiten der Frauen reduzieren sich ganz erheblich.

Trockenklos
Die traditionellen Klos tragen erheblich zur Ausbreitung von Krankheiten bei und sind fernab von unsren Hygienevorstellungen. Insekten haben einen freien Zugang zum Kot und tragen Krankheiten weiter. Beim Trockenklo wird Urin und Kot getrennt. Über den Kot wird regelmäßig Kalk gestreut, damit er schnell und frei von Krankheitserregern austrocknet. Sowohl der Urin als auch der kompostierte Kot können zur Biodüngung benutzt werden. Dieser Dünger wird insbes. in Bio-Kaffeeplantag n verwendet. Das Trockenklo ist somit ein Beitrag zur verbesserten Hygiene und zur biologischen Landwirtschaft.
Nähere Informationen zu den Trockenklos unter:
http://www.rotaria.net/peru3/rotaria/files/Manual%20BS%20ladrillo%20act.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Komposttoilette
Das Projekt der Trockenklos in Peru wird vom Rotaria Club mitunterstützt. Der Rotaria Club unterstützt die technische Beratung in den Projekten. Die Benutzung der Trockenklos verlangt von den Bewohnern im Dorf eine große Umstellung im sanitären Bereich. Es ist auch die Aufgabe der Freiwilligen, bei der Verhaltensänderung mitzuwirken.


Cero Deforestacion

Im letzten Bericht hatten wir auf unsere Kampagne "cero deforestacion" ("null Abholzung") hingewiesen. Die Kampagne für die Bewusstseinsbildungsarbeit wurde erfolgreich fortgesetzt. Die Cooperativa Divisoria hat uns einen Antrag für dieses Projekt vorgelegt. Anfang 2011 gab es einen Wechsel in der Führung der Cooperativa. Hierdurch wurde der Start des Projektes verzögert. Eugen Bruder, der Vorsitzende von Peru Amazonico, reiste im Mai 2011 nach Peru, um zu prüfen, ob die neue Führung der Cooperativa auch weiterhin hinter dem Gedanken der Kampagne gegen Abholzung steht. Eugen Bruder gewann einen sehr positiven Eindruck von der neuen Führung der Cooperativa und hält sie für sehr geeignet, das Projekt erfolgreich durchzuführen.
In einigen ländlichen Gemeinden hat die Cooperativa bereits sehr erfolgreich in der Agroforstwirtschaft mit Kaffee und Kakao gearbeitet. Die Genossenschaft geht hier neue Wege, die zeigen, dass man im Regenwald gute Erträge mit einer Biolandwirtschaft im Einklang mit der Biodiversität erzielen kann.


ecoselva - Kaffee

Agroforstwirtschaft mit Kaffee. Durch die Vielzahl der Schattenbäume bekommt der Kaffee auch eine gute Bio-Düngung. Kaffee aus einem Mischwald hat eine sehr hohe Qualität.

 

 

 

 

 

Die positiven Beispiele aus Pozuzo und einigen Dörfern, in denen die Cooperativa bereits in der Vergangenheit erfolgreich gearbeitet hat, sollen in anderen Gemeinden umgesetzt werden. Hierbei hat die Wiederaufforstung mit Mischwald eine große Bedeutung.

 

Wie geht es weiter?
Das Projekt "cero deforestacion" wird die jetzt begonnenen Maßnahmen auf weitere Dörfer ausdehnen; es soll mit einem Zuschuss vom BMZ finanziert werden. Ecoselva e.V. wird auch für dieses Projekt Eigenmittel in Form von Spenden einbringen müssen. Der Eigenteil wird bei ca. 10 % der Gesamtprojektkosten liegen. An diesem Eigenanteil beteiligt sich auch der Verein Peru-Amazonico. Dieses Projekt wird eine Laufzeit von ca. vier Jahren und ein Gesamtvolumen von ca. € 600.000,- haben. Gegenwärtig noch nicht ausgegebene Spendengelder werden für den Eigenanteil des Projektes „cero deforestacion“ eingesetzt.


Sankt Augustin, 20.6.2011
Heiner Stienhans

 

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