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Impulse zu Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

Wind, Feuer - Fülle des Lebens

 

Um an Pfingsten etwas vom Heiligen Geist in sich zu spüren, könnte es hilfreich sein, sich einfach einmal in den Wind zu stellen, die Augen zu schließen und mit allen Sinnen den Wind wahrzunehmen, wie er zärtlich über die Wangen streicht, wie er einen kräftig durchweht, wie er einen in Bewegung bringt. Wer den Wind als Symbol für den Gottesgeist versteht, der kann unmittelbar im Wehen des Windes Gottes Geist spüren. Es ist nicht bloß Einbildung, sondern Realität. Der Geist Gottes ist ja im Wind, er ist in diesem Augenblick, da der Wind mich durchweht, in mir, er reinigt und belebt mich, er streichelt und liebkost mich. Im Wind spüre ich das Leben der Natur, aber zugleich erfahre ich in ihm auch das Leben des Heiligen Geistes, ja den Heiligen Geist selbst.

Ein anderes Bild für den Heiligen Geist ist das Feuer, die Glut. Der Geist lässt sich in Feuerzungen auf die Jünger nieder. Feuer ist Symbol für die Lebendigkeit. Wenn wir von einem Menschen sagen, in ihm brenne ein Feuer, so meinen wir, er sei lebendig, voller Kraft, aus seinen Augen funkelt es, da geht etwas von ihm aus: Leben, Liebe, Freude. Pfingsten ist das Fest unserer eigenen Lebendigkeit.

Wir sehnen uns danach, wirklich lebendig zu sein, wirklich lieben zu können. Oft genug fühlen wir uns ausgebrannt, leer, langweilig, ohne Gefühle, ohne Schwung. Und wir fühlen, dass wir in uns nicht genügend Kraft haben, die uns antreibt. Wenn wir diese Erfahrung zulassen, spüren wir auch in uns eine Sehnsucht nach einer Lebensquelle, die nicht versiegt, nach einer Kraft, die nicht erlahmt, und nach einer Glut, die nicht ausgeht. Wir ahnen darin schon, dass es doch so etwas wie den Heiligen Geist geben müsse, einen Geist, der von Gott kommt und doch in uns ist, der teilhat an der Fülle des Lebens und uns davon mitteilt.

(Nach einer nicht mehr identifizierbaren Quelle/ Kirchentag)

 

 

Der Heilige Geist ist ein bunter Vogel

(Wilhelm Willms)

 

der heilige geist

er ist nicht schwarz

er ist nicht blau

er ist nicht rot

er ist nicht gelb

er ist nicht weiss

 

der heilige geist ist ein bunter vogel

 

er ist da

wo einer den anderen trägt

der heilige geist ist da

wo die welt bunt ist

wo das denken bunt ist

wo das denken und reden und leben

gut ist

der heilige geist lässt sich nicht

einsperren

in katholische käfige

nicht in evangelische käfige

 

der heilige geist ist auch

kein papagei

der nachplappert

was ihm vorgekaut wird

auch keine dogmatische walze

die alles platt walzt

der heilige geist

ist spontan

er ist bunt

sehr bunt

und er duldet keine uniformen

er liebt die phantasie

er liebt das unberechenbare                                                                   

er ist selber unberechenbar

 

 

Fürbitten

 

Herr, Du Gott des Lebens,

betroffen von der Not der Corona-Krise, kommen wir zu Dir.

Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist

und bitten um Heil und Kraft für alle Erkrankten.

 

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie

und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.

Gib den politisch Verantwortlichen                                               

Klarheit für richtige Entscheidungen.

Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten

die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrechterhalten.

 

Wir beten für alle, die in Panik sind                                                        

oder von Angst überwältigt werden.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden                            

oder befürchten.

 

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,

sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.

Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,

berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,

dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.

 

Guter Gott, erinnere uns, dass unser Leben ein wunderbares,

zukunftsfähiges, aber auch zerbrechliches Geschenk ist -              

und daran, dass Du Leben willst                                                         

und uns jeden Tag schöpferisch neu schenkst:                                 

Für diese Erde, diese Schöpfung und Deine Geschöpfe.

 

Gib uns Kraft aus Deiner Kraft, Geist aus Deinem Heiligen Geist,

um unseren Schöpfungsauftrag auf ungewohnte Weise                       

neu in den Blick zu nehmen und neu denken, leben und handeln lernen,                               

wo es notwendig wird.

 

So bitten, beten und danken wir                                                               

 in der Kraft des Heiligen Geistes,

in diesen Tagen und für alle Ewigkeit. Amen.


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