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Geistlicher Impuls für Sonntag, 26. September 2021

Geistlicher Impuls zum Gottesdienst anlässlich der Vereinigung der Gemeinden St. Augustin und Hangelar und zur Einführung des ersten gemeinsamen Presbyteriums

 

1. Kurzpredigt zu 1. Mose 12,2

 

Liebe Gemeinde, 

wir beide, Angelika Hagena und Thorsten Diesing, werden heute jeweils über den Bibelvers predigen, der auf dem Grundstein einer unserer beiden Kirchen steht.

Diese beiden Verse sind auch unserer einen, gemeinsamen Konzeption vorangestellt, die wir uns für diese Gründung gegeben haben.

Es sind zwei Bibelstellen – aber sie haben die eine gleiche Botschaft!

Aber andersherum gilt auch: Die eine Botschaft hat wiederum zwei Aspekte, und beide sind wichtig für eine christliche Gemeinde: Die biblischen Verse auf den Grundsteinen der Christuskirche und der Pauluskirche betonen jeweils zum einen Gottes Zuspruch an seine Menschen und gleichzeitig (zum zweiten) seinen Anspruch auf unser Leben.

 

„Ich will dich segnen; und du sollst ein Segen sein!“ (1. Mose 12,2) lautet der Vers auf dem Grundstein der Christuskirche.

Er steht ganz am Anfang der Geschichte des Bundes, den Gott mit seinem Volk schließt. Abraham und Sara bekommen diese Verheißung, als sie sich aufmachen in ein neues, unbekanntes Land – das gelobte Land

Abraham und Sara bekommen Segen verheißen – also Gottes Zusage, dass sie keine Angst haben müssen vor dem Schritt ins Unbekannte; dass sie sich auf jeden Fall auf Gott verlassen können; und dass der Aufbruch ins Neue einen glücklichen Ausgang haben wird.

Für mich ist das der Kern / die Grundlage des biblischen Glaubens: Unser Gott ist ein „Ich bin da!“: Ich bin an eurer Seite, egal wo ihr auch hingeht, egal in was für Nöten und Gefahren ihr auch steckt. Ich stehe zu euch und lasse euch nicht aus meiner Hand fallen.

Das ist die Grundlage für unser Leben – als Menschen, und als Christinnen und Christen: Vertrauen in Gott und seine Welt. Nur auf dieser Grundlage kann Leben erblühen; kann Zukunft gestaltet werden. Mit dieser Verheißung gehen wir auf die neue Gestalt unserer Kirche, unserer Gemeinde zu. Mit dieser Verheißung bewahren und feiern wir die Zeichen dieses Segensbundes: Taufe und Abendmahl, Regenbogen und Sabbat / Sonntag.

 

Gottes Zuspruch für uns, für unser Leben. Und – und das ist entscheidend: das ist die eine Seite von zweien, die unbedingt zusammengehören. Dieser Zuspruch Gottes ist kein Selbstzweck, ist kein Ruhekissen, kein Wellness-Angebot. Gottes Zuspruch ist zugleich Anspruch an uns, an unser Handeln: durch uns soll Gottes Segen in dieser Welt wirksam werden. Es ist Gottes Aufgabe an uns, dass wir uns einsetzen für eine bessere Welt, für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Dafür, dass sich Himmel und Erde berühren können.

AMEN

 

 

2. Kurzpredigt zu 2. Kor 5,19-20

Liebe Gemeinde,

Abraham und Sara wurde es einst verheißen: „Der Segen Gottes soll durch euch wirken, durch euch in diese Welt kommen!“ Für uns Christinnen und Christen hat sich diese uralte Verheißung in Jesus Christus erfüllt, als er die Welt am Kreuz mit Gott versöhnte. Und so spannt sich der Regenbogen, Zeichen des Bundes Gottes mit Noah und dem Volk Israel vom Glasfenster der Christuskirche in Hangelar bis hier herüber ins Foyer der Pauluskirche. Vorne im Foyer kann man den Grundstein der Pauluskirche sehen. Dort steht: „2. Korinther 5,19-20“. In diesen Versen schreibt Paulus an seine Gemeinde in Korinth:

 

„Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2. Korinther 5,19-20)

 

Durch Christus kam es, dass der uralte Segensbund von Abraham und Noah nicht nur eine wunderschöne Geschichten aus uralten Zeit blieb, sondern dass dieser Bund mit seinem Segen und seinen Verheißungen uns allen gilt, so wie wir hier heute versammelt sind.

 

Schon im Bund zwischen Gott und Noah geht es um Versöhnung, um Versöhnung zwischen Mensch und Gott und der Regenbogen wird zum Zeichen dieser Versöhnung. Die Erde soll Bestand haben, obwohl Gott weiß, dass der Mensch vor und auch nach der Sintflut immer wieder auch Böses tun wird. Mit Menschen voller Fehlern schließt Gott seinen Bund. Auf Menschen voller Fehler geht Jesus Christus immer wieder zu so wie Gott damals auf die Menschheit nach der großen Flut: „Ich will neu beginnen mit dir. Ich glaube an dich. Meine Liebe wird aus Sonne und Regen neue bunte Farben in dein Leben zaubern. Sieh einfach zu und lass dich versöhnen mit Gott. Lass dich versöhnen mit dir selbst. Lass dich versöhnen mit denen, mit denen du dich schwer tust.“

 

Aus Sonne und Regen wird ein Regenbogen und seine Farben inspirieren zu einem neuen besseren Leben nach der Flut. Sie machen Mut, es immer wieder zu probieren, was auch immer geschehen ist. Ja, da ist Hoffnung auf ein Leben in Frieden, auf ein Leben in Gerechtigkeit für alle Menschen, auf ein mit Gott versöhntes Leben. Dünn und zart wie die Hoffnung leuchtet dieser Regenbogen am Himmel. Unmerklich taucht er auf und verschwindet auch wieder. Für einen Moment nur berühren sich Himmel und Erde. Wir möchten ihn anfassen und festhalten und können es nicht. So richtet Gott sein Wort von der Versöhnung unter uns auf: zart und bittend, vergebend und voller Liebe, aus unserer Sonne und unserem Regen etwas Neues schaffend.

 

Und so habt auch ihr, liebe neue und alte Mitglieder unseres Presbyteriums durch Sonne- und Regenzeiten hindurch etwas Neues geschaffen: Eine neue Gemeinde aus der Christus- und der Pauluskirche. Wir haben in dieser Zeit viel voneinander gelernt, wir haben uns in manchem gut ergänzen können. Über anderes haben wir gestaunt: Was, so läuft das bei euch? Und manches ist auch schief gelaufen. Gerne hätten wir echte Wahlen gehabt, aber fanden sich einfach zu wenig Kandidierende. Um manches haben wir auch gerungen und werden auch in Zukunft noch ringen müssen. Aber dass wir alle, als Presbyterinnen und Presbyter, als Mitarbeitende und als Gemeindeglieder alle gleichermaßen Botschafter der Versöhnung Christi sind, das haben wir auf dem Wegstück, das ich begleiten konnte, bei all den Entscheidungen, Sitzungen und Gesprächen nie vergessen.

 

So bitten wir heute Gott, dass dieser Regenbogen, der sich zwischen der Christus- und der Pauluskirche aufgespannt hat, uns auch weiterhin inspirieren wird, dass wir alle gemeinsam unseren Dienst tun, in den ihr neuen Presbyter und Presbyterinnen heute gestellt werdet: Unserer Welt das Wort von der Versöhnung auszurichten.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.


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